Willkommen zu Hause 
Wednesday, 23.July 2014, 20:46
Posted by Matthias
Die Frage musste ja kommen: Ist es schön wieder zu Hause zu sein? In den ersten Tagen habe ich diese Frage jeweils glatt mit ‚nein‘ beantwortet. Im Gefühl war das ‚Zuhause‘ noch in Orkney und irgendwie waren wir noch nicht ganz in der Schweiz angekommen. Die ersten paar Tage waren geprägt vom Ausräumen unseres Autos und unseres Estrichs (wohin wir vieles vor dem Haustausch verstaut hatten). Letzen Sonntag konnten wir dann auch endlich unsere Kinder wieder in die Arme schliessen, die zuvor noch ein paar Tage mit ihren Grosseltern in England in den Ferien waren. Die Gedanken an Orkney nehmen nun aber von Tag zu Tag etwas ab, obwohl wir in den letzten Tagen auch immer mal wieder unsere Fotos (siehe hier) durchgesehen haben und auch sonst in Erinnerungen geschwelgt haben.

Nun beginnt der Alltag uns aber wieder einzuholen und wir haben auch begonnen kleineres und grösseres hier in der Schweiz oder in unserem Haus zu schätzen. Dazu gehören auch folgendes:
Endlich wieder einmal unter einer Dusche zu stehen, die den Namen verdient.
Einen Staubsauger zu haben der auch wirklich Staub saugt und nicht nur lärmt.
Am Morgen nachdenken zu müssen, was man anziehen muss (in Orkney waren es immer lange Hosen, Socken und fast immer ein Pullover)
Esswaren, die wir vermisst haben. Das erste Fondue, das erste Mal Grillen und gute Schweizer Pasta haben wir schon hinter uns und das Kakez und Hörnli ist auch schon in der Pipeline.
Der tolle öffentliche Verkehr, wir haben schon geplant unser Auto wieder zu verkaufen.
Die vielen Leute, die sich freuen, dass wir wieder zurück sind.

Aber es gibt nach wie vor einiges, das wir sehr vermissen und wohl noch eine Weile vermissen werden:
Die vielen Freundschaften und Bekanntschaften
Am Morgen nicht nachdenken zu müssen, was man anziehen muss (das kann durchaus auch ein Vorteil sein)
Die Weite und die Ruhe (wenn der Wind nicht grad um die Hausecken gepfiffen hat)
Die Meersicht aus jedem Fenster des Hauses
Das raue Meer, das ruhige Meer, das blaue Meer, die Tiere im Meer und in den Klippen
Und einfach das Orkney Gefühl, das so schwierig zu beschreiben ist. So etwas wie ein tiefer innerer Friede.

Damit wir dieses Gefühl nicht verlieren und uns unserer Freunde in Orkney nicht vergessen, haben wir bereits wieder eine Reise dorthin geplant für nächstes Jahr. Wir werden im Frühling oder Sommer dort Ferien verbringen. Vielleicht mit Haustausch, vielleicht ohne. Ich bin sicher, dass uns dieses Erlebnis und diese Eindrücke bis an unser Lebensende nicht mehr loslassen werden und da habe ich absolut nichts dagegen. Es ist schön, wenn man sich an mehreren Orten auf der Welt heimisch fühlen kann.

Vielleicht gibt es nochmals einen Blogeintrag in den nächsten Wochen, aber da es sich um einen Orkney Blog handelt, wird der Blog wohl längere Zeit schlafen. Wir werden ihn aber voraussichtlich reaktivieren wenn wir wieder Mal auf den Inseln sind.

1 comment ( 1597 views )   |  permalink   |  $star_image$star_image$star_image$star_image$star_image ( 3 / 991 )

Last German Blog 
Friday, 11.July 2014, 11:55
Posted by Matthias
Wir sind intensiv am Packen und sind mittlerweile ziemlich zuversichtlich, dass wir all unser Hab und Gut in das kleinere Auto stopfen können. Zwischen dem Packen und dem Aufräumen bleibt auch immer wieder Zeit um nochmals Freunde zu besuchen und letzte spezielle Abenteuer zu erleben. Gestern waren wir in Kirkwall beim Baton Relay für die Commonwealth Games, die in einem Monat in Glasgow stattfinden. Das ist ziemlich ähnlich wie die Olympische Fackel. Und extrem gut organisiert mit ganz vielen Begleitfahrzeugen und Polizei (was in Orkney ziemlich überflüssig schien). Wir durften den Baton sogar berühren, was nicht ganz geplant war, aber uns sehr gefreut hat ...


Letzte Woche waren wir noch auf der Insel Copinsay. Diese haben wir das letzte halbe Jahr jeden Tag gesehen und haben uns darum umso mehr gefreut, dass wir einen tollen Tag erwischt haben, um mit einem Mann von Deerness, der ein Boot hat, dorthin zu fahren. Wir wurden dann um alle kleine Inselchen gefahren und ganz rund um Copinsay und es war absolut fantastisch, die Inseln von einem anderen Winkel zu sehen. Copinsay ist ein Vogelschutzgebiet und da war es nicht erstaunlich, dass wir Tausende von Vögeln sahen, darunter auch Papageientaucher, die ganz nah beim Boot am Schwimmen waren. Aber auch ganz viele Jungvögel, noch in ihren Nestern und auf ein paar sind wir fast drauf gestanden beim Wandern.


Auch eine Orkney Hochzeit durften wir noch erleben. Hier werden die Gäste, die nicht zum Essen eingeladen werden, nach dem Essen zum Tanzen eingeladen. Und getanzt wird zu traditioneller Musik.


Am Montag war unser Abschlussfest mit vielen feinen Broten, Käsen, Kuchen und Büffelburger. Das Wetter war wie so oft in letzter Zeit wunderbar (Nanouk war einen Tag zuvor sogar im Meer baden), während dem es im Rest von Orkney aus Kübeln geschüttet hat (auch hier gibt es sehr kleinräumige Wetterphänomene).

Ich bin immer noch ein bisschen am Humpeln, da es im letzten Leichtathletik Training noch einen Weitsprung Wettkampf gab. Meine Achillessehne hat mich schon sehr bald zum Aufgeben gezwungen, aber zwei Sprünge habe ich noch einigermassen geschafft. Der zwei war zwar übertreten, aber mit über 5.60m viel weiter als ich zu erreichen gehofft hatte. Vielleicht war das etwas frustig für die Junioren zu sehen, dass ein alter Sack ohne grosses Training so weit springen kann. Jetzt müsste ich aber die Nagelschuhe vergraben, damit ich nicht nochmals in Versuchung komme ...

Im letzten Blog hatte ich von den Bauern geschrieben, die hier in sehr kurzer Zeit riesige Flächen mähen. :
Dazu habe ich einen tollen Film gefunden


Neben uns ist mittlerweile auch das erste reine Orkney Wasserbüffelkalb auf die Welt gekommen (die anderen waren aus Schottland oder Wales importiert). Schön, dass wir das auch noch erleben durften.


Dies ist unser letzter Blog aus Orkney. Wir werden sicher nochmals ein oder zwei Mal schreiben, wenn wir wieder zurück in der Schweiz sind. Wir wissen, dass dieser Blog von recht vielen Leuten gelesen wird, aber meist über einige Ecken und würden uns natürlich über ein Feedback freuen, wenn wir Euch in den letzten sechs Monaten gut unterhalten haben: blog (at) gabathuler.org. Oder links über unseren Contact Button. DANKE!
add comment ( 591 views )   |  permalink   |  $star_image$star_image$star_image$star_image$star_image ( 3 / 1025 )

Ferien 
Friday, 04.July 2014, 11:20
Posted by Matthias
Für die Kinder ist seit gestern Ferien. Sie haben Abschied genommen von den meisten ihrer Freunde. Ein paar davon werden sie in den nächsten Tagen nochmals sehen, z.B. auch an Maleahs Geburtstagsparty. Am Montag haben wir unsere Abschiedsparty (gleich nach Maleahs Party) im Deerness Community Centre. Es sieht langsam aus, als ob das eine grössere Sache wird, denn es kommen uns immer mehr Leute in den Sinn, die wir auch noch einladen könnten.

Meine Ferien haben noch nicht ganz begonnen. Das Projekt, an dem ich hier in Orkney gearbeitet habe, kommt in diesen Tagen zum Abschluss und da gibt es leider immer noch einiges zu tun. Immerhin hält sich mein Aufwand einigermassen in Grenzen, so dass ich die freien Tage der Kinder auch geniessen kann. Wir haben zusammen unsere Drachen entdeckt und nerven uns ein bisschen, dass wir die erst jetzt aus der Versenkung geholt haben. Es macht sehr viel Spass im riesigen Garten mit den Lenkdrachen zu spielen und die Kinder schaffen es mittlerweile auch, diese gut zu steuern.

Vor etwa zwei Wochen hat mich hier der Heuschnupfen eingeholt. Allzu stark darf ich mich darüber nicht ärgern, denn in der Schweiz hätte das schon vor 3 Monaten begonnen. Ein bisschen habe ich mich aber doch genervt, vor allem darüber, dass die Bauern hier ihre Felder einfach nie mähten. In der Schweiz ist in der Regel Ende Mai fast alles Gras weg und hier war es schon so hoch, dass man sich fast darin verirren konnte. Vor etwa 10 Tagen haben sie hier dann aber mit dem mähen begonnen. Orkney-Style! Das heisst jeweils vier Bauern gleichzeitig und zusammen, von morgen früh bis abends spät (und das kann durchaus 23h heissen!) wird gemäht und abtransportiert. Da hier weniger Heu als eher Silofutter gemacht wird, geht der ganze Prozess auch etwas schneller. Mittlerweile scheint mir ist etwa die Hälfte von Deerness gemäht und das sind immerhin 25 km2 und so viele Bauern gibt es hier nicht. Damit ist auch mein Heuschnupfen schon fast wieder verschwunden. Mit einer Woche Heuschnupfen könnte ich mich also durchaus abfinden.

In der Schule gab es auch noch ein grösseres Abschlussfest, weil die Schulleiterin sich verabschiedet hat. Alle Schüler und fast alle Eltern waren am Fest, an dem sehr viel Musik gespielt wurde. Es beeindruckt mich immer wieder, wie musikalisch diese Schule ist. Da schafft man es (mit ein paar ehemaligen Schülern) ein 40ig-köpfiges Streichorchester zusammenzustellen, das einen Teil von Beethovens 9ter Sinfonie spielt. Und das in einer Schule mit nicht ganz 200 Schülern, davon alle unter 12. Und die ganze Schule singt moderne Lieder (wie z.B. 'Best Day of my Life' von 'Amercian Authors') und 5 siebt-Klässler Knaben singen wie selbstverständlich die Hauptstimme. Am Abschluss wurden wir auch noch speziell erwähnt und das nicht nur in einem Nebensatz. Das war schon fast etwas peinlich...

Wir haben uns sehr über die vielen positiven Rückmeldungen über unsere Happy Orkney Filme gefreut (siehe letzter Eintrag).

add comment ( 607 views )   |  permalink   |  $star_image$star_image$star_image$star_image$star_image ( 3 / 1068 )

Letzte dies und letzte das - aber erster Happy Film von Orkney! 
Friday, 27.June 2014, 13:59
Posted by Natalie
Während wir hier mit schwerem Herzen viele letzte Sachen geniessen, so haben wirs doch endlich geschafft, unsere HAPPY IN ORKNEY Filme fertig zu stellen. Und da es ein tolles Projekt war, haben wir gleich beide einen gemacht! Ihr findet sie hier und hier, oder auf youtube, wenn ihr nach „Orkney Happy“ sucht! Wir freuen uns über euer Feedback!

Nanouk hatte einen grossen Auftritt am St.Magnus Festival mit Hunderten von Zuschauern! Peter Maxwell Davies, der Composer der Queen, schreibt auch witzige wunderschöne Kinderlieder. Er ist einer der Gründer des St. Magnus Festivals, das jedes Jahr tausende von Besuchern anlockt und (meist) klassische Musik und Kunst vom Feinsten anbietet. Sir Peter Maxwell Davies, der seit vielen Jahren auf Orkney wohnt, wurde dieses Jahr 80 und drei Kinderchöre sangen zu seinen Ehren seine alten Lieder. Es war ein tolles Konzert!

(Findest du Nanouk auf den Bildern?)

Maleah war am Mittwoch zum letzten Mal beim Reiten und durfte danach „ihr Pony“ bürsten, was sie sehr genoss!


Sonst ist nicht viel Spannendes passiert, wir geniessen es hier einfach! Nochmals eine Velofahrt zum Lädeli, mit Stopps zwischendurch, um den Kiebitzen zuzuschauen, die wilden Orchideen zu bewundern, mit „Fremden“ plaudern und natürlich das Meer sehen und riechen!
Wir planen ein kleines Abschiedsfest (welches wegen dem Fussball immer wieder verschoben werden musste...) und die Kinder werden Kuchen in die Schule nehmen. Maleah hat an alle Kinder der Klasse (und anderen Klassen) ihre Adresse verteilt und hofft auf viel Post! Und wir haben noch Einladungen von Leuten, die uns schon lange mal einladen wollten, und plötzlich rennt uns die Zeit davon! Heute Abend ist Lehrerabschiedsessen, und ich bin glücklich und geehrt, dass ich da eingeladen wurde!

Natürlich hoffen wir, dass wir bald zurück nach Orkney kommen können, um die neuen Freunde und Gspänli zu besuchen! Unsere Haustauscher haben angedeutet, dass sie das auch gerne würden, was natürlich optimal wäre!

Und da jetzt die Sonne durch die Wolken drückt gehe ich noch (ein letztes Mal?) nach draussen auf das windgeschützte Bänkli mit der Zeitung und einem Cup of Tea!
1 comment ( 785 views )   |  permalink   |  $star_image$star_image$star_image$star_image$star_image ( 3 / 672 )

Letzte Gäste 
Tuesday, 17.June 2014, 15:19
Posted by Matthias
Unsere letzten Gäste haben die Insel verlassen. Das Wetter war nicht mehr so glorios wie zuvor in den letzten Tagen mit viel Wolken, etwas Nebel und Nieselregen. Andrea und Sonja haben den Aufenthalt aber sichtlich genossen und haben das meiste aus ihrem relativ kurzen Aufenthalt gemacht. Sie waren permanent unterwegs auch teilweise zu Zeiten, als wir schon (oder noch) im Bett waren. Dank der langen Tage können auch gut erst um 22:00 noch Sehenswürdigkeiten besichtigt oder sogar eine kleine Wanderung gestartet werden. Sonnenaufgang ist nun um kurz vor 4 und Sonnenuntergang ca. 22:30. Aber selbst um Mitternacht ist es noch nicht ganz Dunkel.

Am Samstag waren wir mit unseren Gästen wieder am Marwick Head, wo tausende von Wasservögeln an den Klippen brüten. Dieses Mal war aber der Nebel die Nummer eins und am Anfang konnte man das Meer unterhalb der Klippen (ca. 100m hoch) nur sehr knapp ausmachen. Wir hatten die Geduld über eine Stunde zu warten und plötzlich hat es aufgerissen und die ganze Pracht der Klippen kam zum Vorschein. Wir hatten auch hier wieder das Glück ein paar Papageientaucher zu sehen, leider nur relativ weit weg, aber es ist trotzdem immer wieder ein Highlight.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Sports, zumindest für mich. Theoretisch wäre das mein Halbmarathon Tag gewesen. Da ich aber seit mehr als einem Monat mit Achillessehnenproblemen zu kämpfen habe und fast nicht mehr trainieren konnte, entschloss ich mich schweren Herzens auf das Rennen zu verzichten. Den Entscheid leichter gemacht hat mir, dass am gleichen Tag die Leichtathletik Wettkämpfe Orkney gegen Shetland der Junioren durchgeführt wurden (Inter-County). Es war schön mal an einem Wettkampf dabei zu sein und 'meine' Athleten, die ich jeweils Donnerstag trainiere, anzufeuern. Als ich dann noch einen offiziellen Orkney Inter-County Pullover geschenkt bekam, auf welchem 'Coach' steht, konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Als Weitsprung-Offizieller durfte ich einige Bestweiten meiner Schützlinge messen. Die Stimmung am Ende des Wettkampfs bei den Staffeln (bei welchen auch die anderen drei Milsoms heftig mitfänten) war einmalig, umso mehr, als sich Orkney mit der allerletzten Staffel noch den Gesamtsieg sichern konnte.

Am Abend haben wir uns dann eingeladen bei den Büffel-Farmern nebenan, um das Schweiz-Spiel auf einem grossen Fernseher zu verfolgen. Wir haben hier im Haus keinen Fernseher und schauen die Spiele im Internet, das nicht immer ganz so zuverlässig ist. Die Kinder liessen es sich nicht nehmen, sich Schweizerkreuze auf die Backen zeichnen zu lassen. Die Euphorie liess etwas auf sich warten. Ob das mit dem etwas lahmen Spiel zusammenhing, oder mit der Tatsache, dass wir so weit weg von der Schweiz sind, kann ich nicht beurteilen.

Nun kommen nochmals etwas ruhigere Zeiten auf uns zu. Es gibt aber noch ein paar Sachen, die wir gerne noch abhaken würden wie z.B. Egilsay, Wyre, Copinsay, Mountains of Hoy, Happy Valley, Mine Howe. Unsere Heimreise ist geplant, heute in einem Monat sind wir wieder zurück. Es wird dann aber wohl nicht sehr lange dauern, bis wir wieder mal in Orkney halt machen. Die vielen schönen Orte und tollen Bekanntschaften wollen und können wir nicht einfach vergessen.

add comment ( 667 views )   |  permalink   |  $star_image$star_image$star_image$star_image$star_image ( 3 / 1117 )


| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | Next> Last>>