Sommertage 
Saturday, 15.March 2014, 21:49
Posted by Matthias
Wir sind wieder zurück zum alten Orkney Wetter mit Sturm, nachdem wir diese Woche zum ersten Mal so richtig frühlingshaftes Wetter erleben durften. Dienstag und Mittwoch stiegen die Temperaturen einiges über 10 Grad, was an und für sich noch nichts heisst, denn im Moment (abends nach 8 Uhr) haben wir auch 9 Grad, aber die Sonne scheint nicht, und der Sturm bläst mit bis 70 km/h. Am Dienstag war das anders mit Sonnenschein pur und praktisch ohne Wind. Ich habe die Gelegenheit gepackt und bin auf eine grössere Velotour von Kirkwall aus, wo mich Natalie mitgenommen hat auf dem Weg in die Schule, die sie gerade besuchte. Der erste Stopp war bei einem der höchsten Punkte auf der Hauptinsel, dem Wideford Hill. Dort gab es auch noch eine 5000 Jahre alte Grabkammer zu bestaunen. Nach diesem Abstecher waren die Handschuhe und das Stirnband im Rucksack verstaut und je weiter meine Reise ging, desto eher musste ich meine Ärmel nach hinten schieben, um nicht zu überhitzen. Ich hatte mir eine Route ausgesucht, die so gut es ging nicht über Hauptstrassen führte und zwischendurch war ich auch tatsächlich auf kleinen Strassen unterwegs in Gegenden, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Mal abgesehen davon, dass es keine Füchse gibt in Orkney. Hasen und Kaninchen sehe ich mittlerweile übrigens fast jedes Mal, wenn ich joggen gehe und auch die Vogelvielfalt hat schon deutlich zugenommen. Hier hat es auch so komische Vögel, die Piepen so wie wenn man auf ein quietschendes Kinderspielzeug steht. Bisher habe ich noch nicht herausgefunden, was für welche das sind. Meine Velotour führte mich dann über Kirkwall wieder ganz zurück nach Hause in Deerness, wo ich den Rest des Nachmittags leicht bekleidet auf dem Bänklein vor dem Haus noch mehr Sonne tankte. Am Mittwoch war es noch wärmer und noch windstiller (in Orkney gibt es verschiedene Grade von Windstille ...), doch leider mussten wir alle arbeiten. Immerhin konnte ich das Mittagessen draussen geniessen.

Normalerweise hört man hier wenn man draussen ist nur das Rauschen des Windes in den (wenigen) Büschen, im Gras oder an den Leitungen. Wenn es mal windstill ist, hört man hier aber Geräusche von enorm weit her. Es gibt hier praktisch keine Häuser und keine Bäume, welche die Töne absorbieren würden. Ein paar Mal diese Woche habe ich gemeint, es sei jemand bei uns gleich neben dem Haus oder es fahre jemand zu unserem Haus, dabei waren es die Nachbarn 200m entfernt oder ein Auto auf der Hauptstrasse 300-400m entfernt.

Wir hoffen, dass wir bald wieder in den Genuss von solchen schönen Tagen kommen. Bis auf weiteres sieht es aber leider nicht danach aus. Einige Leute hier haben auch schon gesagt, dass das vielleicht schon unser Sommer war. Ganz ernst zu nehmen ist diese Bemerkung aber wohl nicht.

Morgen unternehmen wir vielleicht noch einen Ausflug zu den hohen Klippen der Westküste. Die sind sicher speziell imposant in einem Weststurm. Schliesslich muss man aus dem Wetter machen, was man kann. Je nach dem gibt’s dann wieder Fotos unter dem Link links ‚Unsere Orkney Fotos‘.
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Tartan Ted 
Thursday, 13.March 2014, 12:33
Posted by Maleah


In der Schule haben wir einen Bär der geht zu jedem zu besuch. Er heisst Tartan Ted. Gestern ist er mit mir nach hause gekommen. Er ist zum zweiten mal mit mir nach hause gekommen. Wir dürfen in nur einen Tag. Er hat ein Schoten Rock eine Kappe mit einem Muster darauf wie das Muster auf dem schoten rock.er ist ein Teddy Bär. Wir dürfen in sein Tage Buch schreiben.


Eine Tagebuchseite von Maleah findet ihr hier
(klicken zum Vergrössern)

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Cervelat Prominenz 
Friday, 07.March 2014, 21:28
Posted by Matthias
Mittlerweile haben wir es auch in Orkney geschafft in die Lokalzeitung zu kommen. Wir werden auch immer wieder angesprochen darauf. Den Artikel könnt Ihr nun hier lesen (nur Englisch). Wir wurden auch verschiedentlich darauf aufmerksam gemacht, dass wir nun bereits einen Drittel unseres Aufenthalts hinter uns haben. Das hinterlässt irgendwie schon ein bisschen ein mulmiges Gefühl. Auf jeden Fall können wir sagen, dass wir den Sommer in keiner Weise herbeisehnen und wir hoffen, dass uns die Zeit bis dahin noch seeehr lang vorkommt. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in der Schweiz dann gegen eine ‚Post Orkney Depression‘ ankämpfen müssen. Trotz aller Arbeit und dem normalen Alltag fühlt es sich hier halt doch immer ein bisschen wie Ferien an.

Letztes Wochenende war bisher das schönste mit 10 Stunden Sonnenschein am Samstag. Leider hat ein kleiner Virus in unserem Haus Halt gemacht, so dass wir keine grossen Sprünge gemacht haben. Mittlerweile sind alle wieder fit und das Wetter zeigt sich auch wieder von der stürmischen Seite. Heute hatten wir das erste Mal einen Sturm aus Westen mit waagrechten Schnee- und Graupelschauern. Man kann sich gut vorstellen, dass das im Winter bei tieferen Temperaturen auch schnell einmal Schneeverwehungen von beträchtlichem Ausmass geben kann. Etwas, das wir aber ziemlich sicher nicht mehr erleben werden, denn hier blühen mittlerweile schon die ersten Osterglocken. Das mag für Schweizer Ohren komisch klingen, aber die Durchschnittstemperatur war hier im Januar und Februar höher als in der Schweiz, obwohl es auch dort massiv zu warm war. Langsam aber sicher schauen wir aber mit Neid auf die Schweizer Temperaturen nahe 20 Grad, während wir hier noch immer auf die erste 2-stellige warten (dafür hatten wir noch nicht einmal unter null).

Anfang April sind hier die Frühlingsferien und wir haben beschlossen in dieser Zeit diejenigen Inseln zu besuchen, die wir später nicht mehr in einem Tag besichtigen können. Dazu gehören Stronsay, Sanday, Eday und North Ronaldsay. Die ersteren drei sind von der Hauptinsel aus und untereinander mit Fähren verbunden. Es brauchte aber einiges an Hirnschmalz und einen Zettel, damit ich einen Fahrplan erstellen konnte, der es uns erlaubt auf jeder Insel etwa 2 Tage zu verbringen. Die Fähren verkehren nämlich sehr unregelmässig und nicht im Taktfahrplan. North Ronaldsay ist die nördlichste Insel. Diese werden wir dann mit dem Flugzeug besuchen müssen. Wenn wir noch Zeit haben und das Wetter stimmt ist auch Hoy (=alt Nordisch für ‚Hoch‘) noch auf der Agenda.

Nebenbei kämpfe ich mich jede Woche drei bis vier Mal rennend durch den Wind für die Vorbereitung auf den Halb Marathon hier. Es ist schon eine Herausforderung sich dafür anzuziehen. Bei Gegenwind wird einem das letzte Stück Körpertemperatur vom Leib geblasen und bei Rückenwind verschmachtet man fast. Ich müsste eigentlich an allen Ecken von meinen Rundkursen eine Garderobe stehen haben ... Immerhin weiss ich so, dass mich am Renntag kein Wetter wirklich erschüttern kann, ausser vielleicht Windstille und 20 Grad!

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Nordlichter! 
Friday, 28.February 2014, 15:01
Posted by Natalie
Als wir begannen uns für Orkney zu interessieren, fanden wir heraus, dass es hier manchmal Nordlichter gibt! Natürlich hofften wir, dass wir dann welche sehen würden!
Als wir hier ankamen sprachen wir mit vielen Leuten darüber und fanden heraus, dass es sehr viele Leute gab, die noch nie welche hier gesehen hatten. Einige erzählten, dass sie schon mal den grünen Bogen gesehen hätten. Der heisst auroral arc und ist ähnlich wie ein Regenbogen, einfach ganz in grün.
Wir waren also etwas desillusioniert, hofften aber natürlich weiterhin einen Glückmoment zu treffen und mindestens den grünen Bogen zu sehen!
Letzten Montag war es dann so weit! Wir waren ganz begeistert und auch die Kinder waren verzaubert von dem wunderschönen Licht. In Orkney nennt man die Polarlichter „Merry Dancers“ (fröhliche Tänzer) und Matt und ich waren heimlich etwas enttäuscht, da wir gerne ein bisschen von den Dancers gesehen hätten. Gleichzeitig waren wir natürlich sehr dankbar, dass wir überhaupt welche Lichter gesehen hatten.

Gestern Abend las ich dann (im Facebook :o) dass es evtl. wieder Lichter geben könnte. Ich packte die frischgebadeten Kinder warm ein und wir gingen nach draussen. Der Himmel war grün! Es war unglaublich! Matt war weg und Nanouk bestand darauf Fotos für Papi zu machen. Ich erklärte ihm, dass das sehr schwierig sei, die Lichter und die Stimmung einzufangen, und sehr aufwändig, das alles einzurichten mit dem Stativ und den Einstellungen. Er wollte das aber unbedingt und stellte dann also alles auf und experimentierte mit der Kamera an verschiedenen Einstellungen und machte einige Fotos. Obwohl er behauptete, dass seine bestimmt toll seien, versuchte ich ihm zu erklären, dass die am Computer vielleicht nicht halb so gut aussehen würden.
Nach langem Staunen und Geniessen (und mit gefrorenen Haaren) gingen wir nach drinnen und schauten uns die Fotos an. Und wirklich, sie waren toll!




Wir stellten das Foto auf Facebook (stolze Mami :o) und ich brachte die Kinder zu Bett. Als wir mitten in der Geschichte waren, hörten wir Matt von Weitem hupend den Hügel hinauf fahren! Mehr Lichter! Wieder zogen wir uns an und rannten hinaus - und der Himmel war noch grüner! Wir konnten unser Glück kaum fassen!

Etwas später gingen wir wieder hinein und Matt versuchte noch ein paar gute Fotos zu machen, obwohl das Grün schon am verschwinden war und ich brachte endlich die Kinder zu Bett.
Als Matt auch eine halbe Stunde später noch nicht im Haus war ging ich wieder nach draussen, um zu sehen, ob alles ok war.
Der Himmel war rot und grün - und VOLLER LICHTER! Matt war so entzückt, dass es ihm nicht eingefallen war, uns zu holen!
Ich holte die Kinder und wir genossen das unglaublichste Spektakel zu viert!
(Fotos findet ihr mit dem Link links)
Es war ein einmaliges Erlebnis - und heute erfuhr ich, dass noch niemand eine solch wunderbare Nacht gesehen hatte! Es war unglaublich! Wir sind dankbar, dass wir das erleben durften!

Leider war heute mein letzter Tag an der St. Andrews School. Ich bin traurig, dass diese Zeit schon vorbei ist aber freue mich auch auf etwas mehr Zeit. Ich gehe noch drei Tage an eine andere Schule, die mitten in der Hauptstadt ist - und schreibe gleichzeitig schon fleissig an meinem Bericht für die Comenius Stiftung. (Das ist die Stiftung, die mir einen „Zustupf“ für den Schulbesuch gegeben hat.)
Ab und zu werde ich schon wieder zu „meiner“ Schule zurückgehen: um an einer Lehrersitzung von meinen Erfahrungen berichten, die Klassen an Exkursionen zu begleiten und Nanouks Musical zu besuchen. Viele Klassen an der Schule haben einen eigenen Blog, und in Maleah’s hat es einen kleinen Bericht über eine Deutschstunde die wir zusammen gemacht haben.
In Nanouk’s Klassenblog ist ein Bericht über die Autorin, die die Schule besucht hat - und deren Buch wir jetzt am lesen sind!

Und dann haben wir ja schon bald Ferien! Wir sind am überlegen, welche Inseln wir besuchen sollen und was wir sonst noch gerne sehen möchten bevor unsere Besuche kommen. Dann wird unser Alltag wohl nochmals ziemlich anders. Wir freuen uns aber sehr, unsere Familie und Freunde zu sehen! Das ist das einzige, was wir hier in Orkney vermissen!

Auch war gestern ein Artikel über uns in der Lokalzeitung! Das ist nochmals ein ziemlich anderes Gefühl, als wenn etwas in der Schweiz erscheint, wo uns niemand darauf anspricht! Auch erscheint hier die Zeitung nur einmal pro Woche und wird von den meisten Leuten sehr ausführlich gelesen.


Ich glaube, das ist alles für den Moment, und wenn du sicher sein möchtest, dass du das nächste Update nicht verpasst, kannst du oben rechts den Newsletter abonnieren!
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Schule 
Thursday, 20.February 2014, 21:33
Posted by Natalie
Ich habe gerade gesehen, dass ich schon lange nicht mehr im Deutschen Blog geschrieben habe und dafür das Feld mehr meinen Männern überlassen habe. Und da ich noch eine halbe Stunde Zeit habe bevor der Schulbus ankommt, nehme ich die Gelegenheit beim Schopf, um mal noch ein bisschen aus der Schule zu erzählen. Die LeserInnen unter euch, die den Englischen Blog gelesen haben, möchten diesen vielleicht auslassen...
Diese Woche war ich täglich in der Schule. Das hängt wohl damit zusammen, dass es schon meine zweitletzte Woche ist und es noch soo viel zu sehen gäbe! Am spannendste an meinen Besuchen finde ich die kleinen Unterschiede. Im ersten Augenblick ist der Unterricht sehr ähnlich wie in der Schweiz. Ich habe schon viele Lektionen besucht die genauso gut in der Schweiz hätten sein können (ausser der Sprache, natürlich :o) und trotzdem ist der ganze Zugang zu den Kindern und dem Lernen anders, da viel mehr auf das individuelle Kind anstatt den „zu lehrenden Stoff“ fokussiert wird.

Diese Woche habe ich mich auch fest mit den Schulzimmern beschäftigt! Gestern war ich in einer zweiten Klasse zu Besuch. Die Lehrerin wollte ein A4Blatt aufhängen, fand aber keinen Platz. Und wirklich! Im ganzen Schulzimmer gab es keine Wand, kein Kasten, keine Türe, an der ein A4 Platz gehabt hätte! Im ersten Augenblick ist das für mich immer etwas erdrückend. Ich glaube, ich könnte kaum in einem solchen Zimmer arbeiten! Sooo viele Eindrücke, Farben, Merksätze, ... die auf mich einhämmern!
Andererseits hängen da soo viele spannende Sachen! (Hier eine Collage - nur ein winziger Ausschnitt aus verschiedenen Zimmern)



In einer ersten Klasse hängen alle Buchstaben (wie bei uns ja auch) aber unter jedem Buchstaben hängt ein Couvert, und da drin ist ein Blatt mit Wörtern. Wenn ein Kind etwas schreiben möchte, und es nicht weiss, wie man ein Wort schreibt, geht es zum entsprechenden Couvert und schaut, ob das Wort da drauf steht. Wenn nicht, kann es damit zur Lehrerin, und sie schreibt es darauf. Soo praktisch!
Auch hängen fast allen Zimmern die Mathematischen Operationen (+, -, x und : ), dazu stehen aber alle Begriffe, die man dafür benutzen könnte (siehe Collage)
In vielen Schulzimmern hängen viele kleine Karten mit Synonymen der wichtigsten Wörter, damit das Schreiben spannender wird und in vielen Zimmern hängen auch Poster mit „WOW-Wörtern“. So viele tolle Sachen, die ich (hätte ich ein eigenes Schulzimmer, in dem ich Sachen aufhängen könnte ...) auch gerne aufhängen würde!
Und die addieren sich dann natürlich zu einem visualistisch-überfüllten Zimmer! Mal schauen, wie ich dann alle meine neuen Ideen umsetze, wenn ich zurückkomme!

Das letzte noch, für jetzt, das ich erwähnen möchte, sind all die Poster über gutes Benehmen, die im Gang und auch in allen Zimmern hängen. Z.B: Wie kann ich der Lehrerin zeigen, dass ich gut zuhöre? Was ist gutes Benehmen? Was ist ein guter Citizen, Wie machen wir unsere Schule noch freundlicher, ... Diese Regeln werden auch immer wieder wiederholt, von der Lehrerin und beim Assembly von der Schulleiterin. Und es wirkt! Oft kommen Kinder zu mir, die ich nicht kenne, die mir beim Tragen, Aufräumen, ... helfen möchten! Das ist wirklich schön!


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