Ferien! 
Saturday, 29.March 2014, 20:37
Posted by Matthias
Unsere Frühlingsferien haben nun begonnen und sie kommen genau in der Hälfte unseres Aufenthalts hier in Orkney. Vom Feeling her wird es vermutlich auch eine ‚vor den Ferien‘ und eine ‚nach den Ferien‘ Zeit geben. Das fängt schon damit an, dass wir, wie in der Schweiz, in der kommenden Nacht auf Sommerzeit umstellen. Das heisst, dass am ersten Schultag nach den Ferien um 6:00 Sonnenaufgang und um 20:30 Sonnenuntergang ist. Somit müssen wir schauen, dass wir zumindest das Schlafzimmer der Kinder etwas verdunkeln können, sonst schlafen sie bald die ganze Nacht nicht mehr. Vorgestern bei meiner Heimfahrt vom Leichtathletik habe ich festgestellt, dass das mit grösster Wahrscheinlichkeit das letzte Mal war, das ich hier in Orkney im Dunkeln Auto gefahren bin. Damit ich wenigstens meine super Stirnlampe nochmals benutzen konnte, habe ich gestern meinen ersten Abendlauf gemacht um 21h. Schon noch ziemlich speziell, so alles ohne Strassenbeleuchtung und nur mein Licht über abgelegene Strassen.

Was unseren Aufenthalt aber wohl am Meisten in vor und nach den Ferien teilt sind unsere Besucher, die wir hier auf Orkney sehr zahlreich begrüssen dürfen. Vor den Ferien: 0 Besucher an 0 Tagen, nach den Ferien: 21 Besucher an ca. 45 Tagen. Natürlich freuen wir uns sehr, allen die tollen Inseln zu zeigen und hoffen, dass die einen oder anderen auch etwas vom Orkney Fieber gepackt werden (wenn auch vielleicht nicht ganz so stark wie uns).

Nicht nur wir bekommen Besuch, ganz Orkney wird ab dem Mai wohl ziemlich transformiert sein mit vielen ankommenden Touristen, nicht zuletzt von den vielen Kreuzfahrtschiffen, die hier anlegen über den Sommer. Ich habe schon den besten Platz rekognosziert um coole Fotos von den einfahrenden Monsterschiffen zu machen. Dick angestrichen in meiner Agenda sind der 27. Mai und der 5. Juli. An letzterem legen nicht weniger als drei(!!) Kreuzfahrschiffe in Kirkwall an mit einer totalen Passagieranzahl von 6‘900! Das muss ich gesehen haben, wie man sich mit dem Schuhlöffel durch die Strassen von Kirkwall kämpfen muss. Ich habe gehört, dass auch schon einfach die Hauptstrasse gesperrt wurde, da die Einkaufsstrasse keine Chance hat so viele Menschen aufzunehmen.

Bis dahin üben wir uns aber auch erstmal noch als Touristen. Unsere Pläne wurden in diesem Blog ja bereits beschrieben. Neu ist noch Hoy dazugekommen, das wir nächsten Montag und Dienstag besuchen wollen. Leider ist es noch nicht definitiv, weil das Fährenbüro von Samstag 14:30 bis Montagmorgen einfach geschlossen ist und wir etwas spät dran waren mit buchen, weil wir noch den neusten Wetterbericht abwarten wollten. Jetzt müssen wir einfach hoffen, dass wir noch ein Plätzchen finden, da das Hotel schon gebucht ist.

Langsam merkt man bei den Kindern, dass sie beginnen in Englisch zu denken. Gewisse Ausdrücke übersetzen sie bereits direkt aus dem Englisch, wenn sie deutsch sprechen. Maleah sagte letzthin: „Muss ich den Knopf uhrweise oder gegenuhrweise drehen?“ (clockwise, anti/counterclockwise). Nanouk hatte heute zu wenig Geld und sagte:“Ich bin neun Pence zu kurz.“(nine pence short). Eigentlich ist er viel mehr als neun Pence zu kurz ;-) . Bei Nanouk stellt man auch fest, dass er auf deutsch den typischen Orkney sing-sang spricht. Die Orkadier gehen oft mit dem Sprachton auf und ab, wenn sie sprechen und am Ende des Satzes hoch. Auf Englisch machen wir das mittlerweile auch ein bisschen so, v.a. wenn wir mit den Einheimischen sprechen.

So, genug für heute ... Nach, oder hoffentlich auch zwischen den Ferien, wird es hier an dieser Stelle Berichte über unsere Inselabenteuer geben. Das Wetter sieht im Moment recht vielversprechend aus, wenig Wind, kaum Regen und nicht zu kalt.
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update 
Wednesday, 26.March 2014, 12:18
Posted by Natalie
Diejenigen von euch, die auch ab und zu in den Englischen Blog schauen, werden gemerkt haben, dass die Inhalte da manchmal ziemlich verschieden sind und es sich vielleicht lohnt, auch da hie und da reinzugügseln. (Link links)
Je mehr hier los ist, desto weniger Zeit haben wir für Blogs (was ziemlich doof ist, weil es dann ja mehr zu berichten gäbe) aber obwohl wir versuchen beide Blogs up-to-date zu halten, kann es gut sein, dass einiges nur in einem Blog besprochen wird.

Hier also eine Zusammenfassung der letzen zwei Wochen (Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht!)

Ich war mit Maleah und ihrer Klasse in der Kathedrale, die umwerfend ist! Bilder dazu in Maleahs Klassenblog.

Nanouk hat mit seiner Klasse ein tolles Musical aufgeführt! Er war ein Zombie und hat sowohl seinen Tanz als auch seine zwei Linien sehr gut gemacht! Mehr Fotos auf seinem Klassenblog.


Auch habe ich meine Berichte fertig (und maile sie euch gerne, falls sich jemand dafür interessiert) und der neue Artikel für die Lokalzeitung in Wil ist auch verschickt. Jetzt bin ich noch am Artikel für das Lehrerheftli. Geschrieben ist er, aber ich muss ihn noch wacker kürzen...

Morgen gehe ich an ein Vorstellungsgespräch als Krippenhelferin in meiner Lieblingsschule. Minimallohn und wohl entsprechend Mitspracherecht im Alltag, aber eine Möglichkeit etwas mehr in der Schule und bei „meinem“ Team zu sein. Aber ich weiss, dass mindestens drei Leute sich vorstellen können, und bin ziemlich nervös...

Dann war ich gestern an einem „Campcraft Day.“ Da es in Schottland keine fixen Stundentafeln gibt (aber fixe Lernziele) sind die Lehrkräfte viel flexibler und machen (wie es mir scheint) viel mehr „nicht an ein Fach gebundene Stunden“, wie diese Lehrerin, die immer wieder Outdooraktivitäten macht. Wir haben im Schulgelände einen Wind-unterstand gebaut und Feuer ohne Zündhölzer gemacht und dann heisse Schoggi gemacht! Mmm! Mehr Infos auf dem Klassenblog dieser Klasse.

Und ihr seht, (fast) jede Klasse hat hier einen Blog, was vor allem für uns als Eltern sehr spannend ist - aber auch die Kinder selber immer wieder gerne anschauen!

Dann haben wir natürlich auch die Wochenenden genutzt und sind ganz an die Westküste gefahren an einen tollen Strand, der Yesnaby heisst. Nicht so viel Strand, aber viele unglaubliche Klippen und Wellen! Und ein Wasserfall, bei dem wegen des Windes mehr Wasser aufwärts floss! Wahnsinn! (Fotos, wie immer mit dem Link links; mein Lieblingsfoto ist das mit dem riesigen Seastack (Felsenturm) und ganz rechts im Bild seht ihr mich in der grünen Jacke.)

So, ich glaube, das war alles für den Moment! Es ist die letzte Schulwoche, Nanouk und Maleah hatten gestern Explorerday, Nanouk als Eduard Wimper, Englischer Bergsteiger und Entdecker (und Erstbesteiger des Matterhorn) und Maleah als Wikinger-Frau, das gleiche Outfit, das sie auch morgen nochmals zur Schule tragen wird, wenn sie ihr grosses Viking Feast zum Abschluss ihres Wikinger Themas feiern werden! Sie hat angeboten, der ganzen Klasse eine Geschichte vorzulesen.




Nächste Woche gehen wir Island-Hopping! Stonsay, Sanday und Eday mit Auto und Fähre, dann kurz nach Hause, waschen, neu packen und dann noch zwei Tage in North Ronaldsay, die nördlichste aller Inseln, mit einem berühmten Vogel-Observatorium, in der Hoffnung auf möglichst spannende Zugvögel (und vielleicht ein zweiter Besuch des Walrosses, das vor einem Jahr dort war!)

Und wie immer halten wir euch hier auf dem Laufenden!

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Sommertage 
Saturday, 15.March 2014, 21:49
Posted by Matthias
Wir sind wieder zurück zum alten Orkney Wetter mit Sturm, nachdem wir diese Woche zum ersten Mal so richtig frühlingshaftes Wetter erleben durften. Dienstag und Mittwoch stiegen die Temperaturen einiges über 10 Grad, was an und für sich noch nichts heisst, denn im Moment (abends nach 8 Uhr) haben wir auch 9 Grad, aber die Sonne scheint nicht, und der Sturm bläst mit bis 70 km/h. Am Dienstag war das anders mit Sonnenschein pur und praktisch ohne Wind. Ich habe die Gelegenheit gepackt und bin auf eine grössere Velotour von Kirkwall aus, wo mich Natalie mitgenommen hat auf dem Weg in die Schule, die sie gerade besuchte. Der erste Stopp war bei einem der höchsten Punkte auf der Hauptinsel, dem Wideford Hill. Dort gab es auch noch eine 5000 Jahre alte Grabkammer zu bestaunen. Nach diesem Abstecher waren die Handschuhe und das Stirnband im Rucksack verstaut und je weiter meine Reise ging, desto eher musste ich meine Ärmel nach hinten schieben, um nicht zu überhitzen. Ich hatte mir eine Route ausgesucht, die so gut es ging nicht über Hauptstrassen führte und zwischendurch war ich auch tatsächlich auf kleinen Strassen unterwegs in Gegenden, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Mal abgesehen davon, dass es keine Füchse gibt in Orkney. Hasen und Kaninchen sehe ich mittlerweile übrigens fast jedes Mal, wenn ich joggen gehe und auch die Vogelvielfalt hat schon deutlich zugenommen. Hier hat es auch so komische Vögel, die Piepen so wie wenn man auf ein quietschendes Kinderspielzeug steht. Bisher habe ich noch nicht herausgefunden, was für welche das sind. Meine Velotour führte mich dann über Kirkwall wieder ganz zurück nach Hause in Deerness, wo ich den Rest des Nachmittags leicht bekleidet auf dem Bänklein vor dem Haus noch mehr Sonne tankte. Am Mittwoch war es noch wärmer und noch windstiller (in Orkney gibt es verschiedene Grade von Windstille ...), doch leider mussten wir alle arbeiten. Immerhin konnte ich das Mittagessen draussen geniessen.

Normalerweise hört man hier wenn man draussen ist nur das Rauschen des Windes in den (wenigen) Büschen, im Gras oder an den Leitungen. Wenn es mal windstill ist, hört man hier aber Geräusche von enorm weit her. Es gibt hier praktisch keine Häuser und keine Bäume, welche die Töne absorbieren würden. Ein paar Mal diese Woche habe ich gemeint, es sei jemand bei uns gleich neben dem Haus oder es fahre jemand zu unserem Haus, dabei waren es die Nachbarn 200m entfernt oder ein Auto auf der Hauptstrasse 300-400m entfernt.

Wir hoffen, dass wir bald wieder in den Genuss von solchen schönen Tagen kommen. Bis auf weiteres sieht es aber leider nicht danach aus. Einige Leute hier haben auch schon gesagt, dass das vielleicht schon unser Sommer war. Ganz ernst zu nehmen ist diese Bemerkung aber wohl nicht.

Morgen unternehmen wir vielleicht noch einen Ausflug zu den hohen Klippen der Westküste. Die sind sicher speziell imposant in einem Weststurm. Schliesslich muss man aus dem Wetter machen, was man kann. Je nach dem gibt’s dann wieder Fotos unter dem Link links ‚Unsere Orkney Fotos‘.
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Tartan Ted 
Thursday, 13.March 2014, 12:33
Posted by Maleah


In der Schule haben wir einen Bär der geht zu jedem zu besuch. Er heisst Tartan Ted. Gestern ist er mit mir nach hause gekommen. Er ist zum zweiten mal mit mir nach hause gekommen. Wir dürfen in nur einen Tag. Er hat ein Schoten Rock eine Kappe mit einem Muster darauf wie das Muster auf dem schoten rock.er ist ein Teddy Bär. Wir dürfen in sein Tage Buch schreiben.


Eine Tagebuchseite von Maleah findet ihr hier
(klicken zum Vergrössern)

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Cervelat Prominenz 
Friday, 07.March 2014, 21:28
Posted by Matthias
Mittlerweile haben wir es auch in Orkney geschafft in die Lokalzeitung zu kommen. Wir werden auch immer wieder angesprochen darauf. Den Artikel könnt Ihr nun hier lesen (nur Englisch). Wir wurden auch verschiedentlich darauf aufmerksam gemacht, dass wir nun bereits einen Drittel unseres Aufenthalts hinter uns haben. Das hinterlässt irgendwie schon ein bisschen ein mulmiges Gefühl. Auf jeden Fall können wir sagen, dass wir den Sommer in keiner Weise herbeisehnen und wir hoffen, dass uns die Zeit bis dahin noch seeehr lang vorkommt. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in der Schweiz dann gegen eine ‚Post Orkney Depression‘ ankämpfen müssen. Trotz aller Arbeit und dem normalen Alltag fühlt es sich hier halt doch immer ein bisschen wie Ferien an.

Letztes Wochenende war bisher das schönste mit 10 Stunden Sonnenschein am Samstag. Leider hat ein kleiner Virus in unserem Haus Halt gemacht, so dass wir keine grossen Sprünge gemacht haben. Mittlerweile sind alle wieder fit und das Wetter zeigt sich auch wieder von der stürmischen Seite. Heute hatten wir das erste Mal einen Sturm aus Westen mit waagrechten Schnee- und Graupelschauern. Man kann sich gut vorstellen, dass das im Winter bei tieferen Temperaturen auch schnell einmal Schneeverwehungen von beträchtlichem Ausmass geben kann. Etwas, das wir aber ziemlich sicher nicht mehr erleben werden, denn hier blühen mittlerweile schon die ersten Osterglocken. Das mag für Schweizer Ohren komisch klingen, aber die Durchschnittstemperatur war hier im Januar und Februar höher als in der Schweiz, obwohl es auch dort massiv zu warm war. Langsam aber sicher schauen wir aber mit Neid auf die Schweizer Temperaturen nahe 20 Grad, während wir hier noch immer auf die erste 2-stellige warten (dafür hatten wir noch nicht einmal unter null).

Anfang April sind hier die Frühlingsferien und wir haben beschlossen in dieser Zeit diejenigen Inseln zu besuchen, die wir später nicht mehr in einem Tag besichtigen können. Dazu gehören Stronsay, Sanday, Eday und North Ronaldsay. Die ersteren drei sind von der Hauptinsel aus und untereinander mit Fähren verbunden. Es brauchte aber einiges an Hirnschmalz und einen Zettel, damit ich einen Fahrplan erstellen konnte, der es uns erlaubt auf jeder Insel etwa 2 Tage zu verbringen. Die Fähren verkehren nämlich sehr unregelmässig und nicht im Taktfahrplan. North Ronaldsay ist die nördlichste Insel. Diese werden wir dann mit dem Flugzeug besuchen müssen. Wenn wir noch Zeit haben und das Wetter stimmt ist auch Hoy (=alt Nordisch für ‚Hoch‘) noch auf der Agenda.

Nebenbei kämpfe ich mich jede Woche drei bis vier Mal rennend durch den Wind für die Vorbereitung auf den Halb Marathon hier. Es ist schon eine Herausforderung sich dafür anzuziehen. Bei Gegenwind wird einem das letzte Stück Körpertemperatur vom Leib geblasen und bei Rückenwind verschmachtet man fast. Ich müsste eigentlich an allen Ecken von meinen Rundkursen eine Garderobe stehen haben ... Immerhin weiss ich so, dass mich am Renntag kein Wetter wirklich erschüttern kann, ausser vielleicht Windstille und 20 Grad!

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