Schule 
Thursday, 20.February 2014, 21:33
Posted by Natalie
Ich habe gerade gesehen, dass ich schon lange nicht mehr im Deutschen Blog geschrieben habe und dafür das Feld mehr meinen Männern überlassen habe. Und da ich noch eine halbe Stunde Zeit habe bevor der Schulbus ankommt, nehme ich die Gelegenheit beim Schopf, um mal noch ein bisschen aus der Schule zu erzählen. Die LeserInnen unter euch, die den Englischen Blog gelesen haben, möchten diesen vielleicht auslassen...
Diese Woche war ich täglich in der Schule. Das hängt wohl damit zusammen, dass es schon meine zweitletzte Woche ist und es noch soo viel zu sehen gäbe! Am spannendste an meinen Besuchen finde ich die kleinen Unterschiede. Im ersten Augenblick ist der Unterricht sehr ähnlich wie in der Schweiz. Ich habe schon viele Lektionen besucht die genauso gut in der Schweiz hätten sein können (ausser der Sprache, natürlich :o) und trotzdem ist der ganze Zugang zu den Kindern und dem Lernen anders, da viel mehr auf das individuelle Kind anstatt den „zu lehrenden Stoff“ fokussiert wird.

Diese Woche habe ich mich auch fest mit den Schulzimmern beschäftigt! Gestern war ich in einer zweiten Klasse zu Besuch. Die Lehrerin wollte ein A4Blatt aufhängen, fand aber keinen Platz. Und wirklich! Im ganzen Schulzimmer gab es keine Wand, kein Kasten, keine Türe, an der ein A4 Platz gehabt hätte! Im ersten Augenblick ist das für mich immer etwas erdrückend. Ich glaube, ich könnte kaum in einem solchen Zimmer arbeiten! Sooo viele Eindrücke, Farben, Merksätze, ... die auf mich einhämmern!
Andererseits hängen da soo viele spannende Sachen! (Hier eine Collage - nur ein winziger Ausschnitt aus verschiedenen Zimmern)



In einer ersten Klasse hängen alle Buchstaben (wie bei uns ja auch) aber unter jedem Buchstaben hängt ein Couvert, und da drin ist ein Blatt mit Wörtern. Wenn ein Kind etwas schreiben möchte, und es nicht weiss, wie man ein Wort schreibt, geht es zum entsprechenden Couvert und schaut, ob das Wort da drauf steht. Wenn nicht, kann es damit zur Lehrerin, und sie schreibt es darauf. Soo praktisch!
Auch hängen fast allen Zimmern die Mathematischen Operationen (+, -, x und : ), dazu stehen aber alle Begriffe, die man dafür benutzen könnte (siehe Collage)
In vielen Schulzimmern hängen viele kleine Karten mit Synonymen der wichtigsten Wörter, damit das Schreiben spannender wird und in vielen Zimmern hängen auch Poster mit „WOW-Wörtern“. So viele tolle Sachen, die ich (hätte ich ein eigenes Schulzimmer, in dem ich Sachen aufhängen könnte ...) auch gerne aufhängen würde!
Und die addieren sich dann natürlich zu einem visualistisch-überfüllten Zimmer! Mal schauen, wie ich dann alle meine neuen Ideen umsetze, wenn ich zurückkomme!

Das letzte noch, für jetzt, das ich erwähnen möchte, sind all die Poster über gutes Benehmen, die im Gang und auch in allen Zimmern hängen. Z.B: Wie kann ich der Lehrerin zeigen, dass ich gut zuhöre? Was ist gutes Benehmen? Was ist ein guter Citizen, Wie machen wir unsere Schule noch freundlicher, ... Diese Regeln werden auch immer wieder wiederholt, von der Lehrerin und beim Assembly von der Schulleiterin. Und es wirkt! Oft kommen Kinder zu mir, die ich nicht kenne, die mir beim Tragen, Aufräumen, ... helfen möchten! Das ist wirklich schön!


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20 Grad 
Monday, 17.February 2014, 21:54
Posted by Matthias
Heute war der erste richtig warme Tag in ‚unserem‘ Wintergarten. Am Mittag sass ich im T-Shirt und bei über 20 Grad am Tisch und genoss meinen Zmittag. Leider kamen gleich nachher die Wolken und die Herrlichkeit war vorbei. Es war auch das erste Mal, dass ich nirgends eine drehende Windturbine sah.

Wie in meinem letzten Blog geschrieben, waren wir letzte Woche für zwei Tage in Papa Westray (Papay, ausgesprochen Paapi). Es war wirklich wunderschön, auch das Wetter hat gut mitgespielt. Die Kinder konnten am Freitag sogar ohne Jacke am Strand spielen. Da Papay nur 70 Einwohner hat, sieht man immer wieder die gleichen Leute und jedes Mal wird einem freudig zugewinkt. Über die Hälfte der Einwohner sind aber Zuzüger, die das etwas spezielle Leben dort geniessen mit dem kleinen Dorfladen. Dieser wird wie auch die Herberge von der Gemeinschaft geführt. Natalie hat auch einen Laden mit unglaublich vieler spezieller Wolle gefunden, der von einer deutschen Mathematikerin geführt wird, welche vor mehr als einem Jahrzehnt mit ihrem Ehemann in Papay hängengeblieben ist. Wir haben dort mehr Geld liegen gelassen als die Übernachtung gekostet hat ...

Am Samstag waren wir dann im neuen Orkney Theater, wo Cats aufgeführt wurde von der Kirkwall Amateur Operatic Society. Amateurhaft war es aber auf keinen Fall. Es war unglaublich, was sie auf die Beine gestellt haben, alles war perfekt und unglaublich professionell. Die Kinder waren hin und weg und haben noch den ganzen Abend Cats Musik gesungen!

Am Sonntag waren wir wieder mal bei den Büffelfarmern nebenan und die Kinder haben im Stall gespielt. Natürlich fehlt auch in unserem Tiefkühler nie eine Packung Büffelwürste. Die Büffelburger haben wir auch schon probiert!

Nebenbei konnte ich am Wochenende wieder einmal zwei mehr oder weniger schmerzfrei kurze Läufe machen. Da heute die Ausschreibung für den Hoy Halbmarathon gestartet wurde, bin ich im Moment grad etwas zuversichtlich und habe mich natürlich bereits eingeschrieben. Jetzt habe ich noch genau 4 Monate Zeit für die Vorbereitung.

Daneben sitzen wir in diesen Woche doch auch recht viel vor dem Computer und schauen uns die Olympischen Spiele an, wie es sich für gute Schweizer gehört. Manchmal muss man aber etwas erfinderisch sein, wenn man hier in Orkney z.B. das Curling Spiel Schweiz-China anschauen möchte ... Irgendwo im Internet wird man immer fündig.

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Nanouks erster Eintrag 
Friday, 14.February 2014, 22:26
Posted by Nanouk
Gestern waren wir auf Papay! Wir hatten viel Spass! Heute sahen wir 8 Robben, wir waren einen Steinwurf entfernt! Heute waren wir auf dem kürzesten Flug der Welt, wir hatten nur
58 Sekunden!

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Kleine Ferien 
Wednesday, 12.February 2014, 15:31
Posted by Matthias
Diese Woche ist Midterm für die Kinder, d.h. dass sie nur Montag und Dienstag Schule haben und den Rest der Woche frei. Heute waren wir bei schönstem Sonnenschein, aber recht frischem Wind am Strand und haben mit Steinen Mauern gegen die Wellen gebaut. Obwohl das Wetter für morgen nicht sehr erfreulich aussieht, haben wir beschlossen eine kurze Reise nach Papa Westray (auch Papay genannt) zu machen. Dies beinhaltet einen 15-minütigen Flug morgen früh um halb neun. Papay hat nur gerade 70 Einwohner, da ist es nicht ganz so einfach eine Unterkunft zu finden. Es gibt aber ein Hostel, das von der ganzen Gemeinschaft auf der Insel geführt wird und wir konnten auch ein Essen buchen, das von jemandem von der Insel für uns vorgekocht wird ...

In Papay ist auch das älteste noch (halbwegs) stehende Haus in Nordwesteuropa zu finden. Schon vor ca. 5700 Jahren haben dort Leute gewohnt. Am Freitag Nachmittag geht es dann schon wieder zurück mit dem Flugzeug, dieses Mal via Westray und somit auf dem weltweit kürzesten Linienflug! Von Papay nach Westray sind 2 Minuten eingeplant. Wir freuen uns riesig auf die Reise und hoffen, dass auch das Wetter einigermassen OK ist.

Letztes Wochenden waren wir noch in einer Ecke von Mainland Orkney, wo wir noch nie waren. Wir fuhren dazu sogar über einen 156m hohen Pass! Die Landschaft war ganz anders, alles braun statt grün und wir kamen sogar an einem Ort vorbei, wo man weder einen See noch das Meer sah. Fast ein Wunder in Orkney!

Natalie hat nun auch nur noch 2 Wochen in ihrer Schule. Schon etwas erstes, das zu Ende geht.

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Velotour 
Friday, 07.February 2014, 13:21
Posted by Matthias
Für diesen Freitag ist meine Arbeit vorbei. Normalerweise arbeite ich ja nicht am Freitag. Letzten Dienstagnachmittag hat Natalie auf dem Weg zur Schule einen brennenden Strommasten gesehen. Da war es nicht weiter verwunderlich, dass bei mir nicht mehr viel Strom ankam und ich zu zwei Stunden Pause gezwungen wurde. Diese habe ich nun heute nachgeholt und zudem noch ein Schloss einer Türe geflickt, die fast dazu geführt hat, dass die Kinder heute Morgen nicht mehr aus dem Esszimmer konnten ...

Da meine Beine und Füsse immer noch etwas leiden beim Rennen, habe ich gestern beschlossen, mit dem Velo nach Kirkwall zu fahren und vielleicht noch ein bisschen weiter. Die Bedingungen waren so gut wie schon lange nicht mehr, (fast) kein Regen in Sicht und ausnahmsweise kein Sturm, sondern nur Wind. Zugegebenermassen musste ich feststellen, dass auch normaler Wind schon recht unangenehm ist, wenn er von vorne oder halb vorne kommt. Ich muss dazu natürlich auch sagen, dass sich meine Gedankengänge schon sehr an Orkney Verhältnisse angepasst haben. 30 km/h Wind ist für mich schon fast windstill. Lange Rede, kurzer Sinn: Es war ein Kampf. Dazu kommt noch, dass es doch noch recht hügelig ist und die knapp 19km nach Kirkwall noch 200m Aufstieg (und Abstieg) beinhalten. Dass ich es in weniger als einer Stunde geschafft habe, hat mich dann doch überrascht. In Kirkwall bin ich nur halb lebendig durch die Gassen gehumpelt und habe mit meinem Proviant versucht die Reserven für die Rückfahrt wieder aufzubauen. An eine Weiterfahrt (der Wideford Hill war noch in meinem Kopf, zu diesem Zeitpunkt aber nur noch als müdes Lächeln) war nicht mehr zu denken. Weil ich Panik hatte, dass der Wind dreht, bin ich nach etwa einer halben Stunde schon wieder zurückgefahren. Immerhin zeigte sich der Wind von der freundlichen Seite, so dass ich für den Rückweg ein paar Minuten weniger brauchte, auch wenn ich in den Aufstiegen am liebsten abgestiegen wäre. Irgendein Magier muss in Krikwall meine Muskeln durch Pudding ersetzt haben.

Heute wäre vielleicht der bessere Tag gewesen, die Sonne scheint milchig durch die Wolken und es ist WIRKLICH fast windstill (auch für Schweizer Verhältnisse). Vielleicht nehme ich ja das Velo doch noch kurz raus für eine kleine Ausfahrt. Zuerst aber noch ein kurzes Mittagessen in Ruhe. Heute Abend sitzen dann 5 Kinder am Tisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das sehr meditativ sein wird.
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