Warum Orkney? 
Friday, 03.May 2013, 08:24
Posted by Natalie
Heute wage ich mich an das spannende Thema: „Warum Orkney?“ Das ist eine der häufigsten Fragen, die uns gestellt werden. Von einer Hälfte der Leute sehr interessiert, von der andern Hälfte eher ungläubig und mit einem Blick, der verrät, dass der Frager mit seinen Augen unsern Kopf absucht, um die lockere Schraube zu finden ...

Schon als wir 2011 unsere Schottlandreise planten und uns zum ersten Mal über Orkney informierten, sagten wir zu einander: „Wow, das könnte so ein Ort sein, wo man hängen bleiben könnte!“ Leider ist Orkney (im Sommer) ein teures Pflaster für Touristen und so planten wir nur drei Tage dort –und verliebten uns gleich Hals über Kopf in den Ort! Als wir mit der Fähre wieder südwärts fuhren wussten wir, dass wir bestimmt zurückkehren würden!
Es gibt so viele historische Stätten, aber im Gegensatz zu Stone Henge und anderen ähnlichen Orte, sind viele in Orkney frei begehbar! Es ist ein unglaubliches Gefühl ganz alleine durch die Ruinen eines piktischen Dorfes zu laufen und zu wissen, dass hier schon vor 1000 Jahren Leute tanzten, gingen, fischten und gemütlich zusammen sassen.

Einer meiner liebsten Orte ist der Brough of Birsay, auf dem zuerst die Pikten (ca 600 nChr) waren, dann die Vikinger und im 11. Jahrhundert wurde ein Kloster gebaut.



Aber nicht nur die Ruinen und das unglaubliche Gefühl, durch die Geschichte zu laufen sind es, die mich immer wieder auf den Brough locken, sondern auch die Vögel! Im Sommer 2011 sahen wir da unzählige Papgeientaucher (Puffins) aber dieses Jahr waren wir dafür noch etwas zu früh.



Trotzdem waren wir zweimal da, lagen im Gras, zuoberst an den Klippen und beobachteten all die Vögel und die Wellen (und hofften vergebens, schon einen ersten Puffin zu sehen...)



Solche Broughs (ausgesprochen „Broch“) gibt es auf Orkney einige, die korrekte deutsche Übersetzung ist eine „Gezeiteninsel“. Das bedeutet, dass man nur herübergehen kann, wenn Ebbe herrscht. Die Gezeiten bestimmen die Öffnungszeiten, was eine hervorragende Voraussetzung für Vögel (und Hasen) ist, die die viele lange Ruhezeiten geniessen!

Ich könnte eine unendliche Liste anfügen mit tollen Orten auf „unseren Inseln“, aber da seid ihr mit einem Reiseführer besser bedient! Diesen Frühling waren wir für 10 Tage da, und dachten, dass wir diesmal ja soo viel Zeit hätten, dass wir bestimmt vieles „abhaken“ könnten. Aber weit gefehlt! Je mehr Zeit man da verbringt, desto mehr spannende Sachen sieht man, die man auch noch erforschen möchte. Und wir haben noch keinen einzigen Ort gefunden, von dem wir dachten: „Ok, das war ganz ok, aber ein zweites Mal müssten wir da nicht mehr hin.“ Überall dachten wir: „Oh, schade, dass wir nur eine Stunde / einen halben Tag / ... hier hatten – da kommen wir wieder, nächstes Mal länger!“

Ui, ich sehe gerade, dass ich schon wieder recht viel geschrieben habe, und dabei wollte ich mich diesmal etwas kürzer halten, ... und dabei habe ich noch gar nicht berichtet vom unglaublichen Wetter! Von der Freude, wenn die Sonne scheint und die Insel verzaubert! Vom Wind, der so gut riecht, die Wäsche im Nu trocknet, die Haare verstrubbelt; vom Regen, der dann aber meist gleich wieder vorbei ist, von den Regenbögen, den Wolken – und immer wieder vom Wind, den wir so lieben!

Ach ja, und dann die Menschen, die ... aber davon werde ich ein anderes Mal berichten müssen. Und vielleicht auch nicht, eigentlich möchten wir ja, dass Orkney ein Geheimtipp bleibt ;o)

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